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"Dieses
Buch ist einfach göttlich - falls das überhaupt ein richtiges
Attribut ist. Wer Woody Allens Art, Belangloses zu Brisantem zu stilisieren
und jede noch so unwichtige Alltäglichkeit ins Groteske zu persflieren,
nicht ausstehen kann, für den wird auch dieses Buch nicht viel Neues
bieten. Wer jedoch schon immer davon träumte, Boris Gruschenko zu
begleiten... Wir schweifen ab... Was
das Buch bietet: Die Metterlingschen Wäschelisten (1 Unterhose, 2
Paar Socken, 3 Taschentücher) werden tiefenpsychologisch ausgedeutet,
der Tod wird beim Anklopfen beobachtet und bei seiner erfolglosen Serie
von Versuchen, einen Sterblichen zu einem Heimgang zu überreden;
auch für das organisierte Verbrechen fällt eine Satire mit ab.
Ich kann mich nur wiederholen, es ist wahrscheinlich wie mit den Schlümpfen,
nur alles viel intelligenter: wer sie mag, liebt jede neue Folge... Und
wer nicht, der greift sich einfach nur an den Kopf und murmelt ob der
Sinnlosigkeiten, die auch dieses Buch wieder für jeden geneigten
Leser bereithält! "
"Man
kann sich immer wieder an den Storys von Woody Allen ergötzen,
auch wenn sie mittlerweile gut zwanzig Jahre auf dem Buckel haben. „Nebenwirkungen"
war seinerzeit der dritte Band von Allen-Storys, der in deutscher Sprache
auf den Markt kam. Er enthält unter anderem den kruden Text „Die
UFO-Gefahr", mit welchem dem Berg an Schilderungen von Begegnungen
mit Außerirdischen einige außergewöhnliche hinzugefügt
werden. Daß Wahnsinn nur ein relativer Zustand ist, wird beim
Lesen der Geschichte „Der Verrückte" deutlich. Abiturienten
sollten sich Allens „Ansprache an die Schulabgänger"
zu Gemüte führen. Den Vogel schießt aber „Die
Frage" ab, ein „Einakter", in dem ein Mann mitten in
der Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs Präsident Abraham
Lincoln die Frage stellt, wie lang die Beine eines Menschen sein sollten.
Das war zwar nur eine Frage, die aus Verlegenheit gestellt wurde, mehr
ein Stammeln vor lauter Aufregung, doch scheint die Frage den Präsidenten
ziemlich zu beschäftigen. Die „Nebenwirkungen" von Woody
Allen enthalten einige Stellen, die zum Brüllen komisch sind. Insgesamt
kommen die Texte aber nicht ganz an die früheren Allen-Storys heran."
"
Daß ein Beagle Josef K. heißt und zum Tiertherapeuten geht oder
die Wäschelisten eines Philosophen posthum veröffentlicht werden,
daß ist nicht unbedingt die Klimax der abendländischen Persiflage,
doch bei intensiver Lektüre der kurzen Prosatexte, deren Humor zumeist
aus der Karikierung und Umkehrung des bürgerlich philosophischen und
religiösen Kanons zu erwachsen scheint, stößt man immer wieder
auf humoristische Leckerbissen, wie etwa der im Jargon der amerikanischen
Detectivstories gehaltenen Erzählung Mr. Big, in welcher ein heruntergekommener
Schnüffler von einer äußerst feminin beschriebenen Studentin
den Auftrag bekommt, Gott zu suchen. Dieser wurde, wie sich nach intensiver
Spurensuche in den verschieden philosophischen Milieus am Ende herausstellt,
von der besagten Studentin umgebracht, einzig, damit sie die gefährdete
Liebe zu einen Pantheisten aufrecht erhalten konnte.
In
anderen Texten kann man bereits Thematiken späterer Filme erkennen,
wie etwa Das Zwischenspiel mit Kugelmass, der eine ähnliche Geschichte
erzählt wie The Purple Rose of Cairo, diese sogar auf brillantere
Weise umsetzt, als der oftmals unpointierte Film aus dem Jahre 1985 (An
dieser Stelle sollte angemerkt werden, daß es von dieser Erzählung
eine wunderbare Hörspielfassung gibt, die in Deutschland unter dem
Titel Intermezzo mit Kugelmass vom WDR produziert worden ist). Es ist
die Geschichte des Philologieprofessors Kugelmass, der sich, getrieben
von seiner langweiligen Ehe mit seiner Frau Daffne, mit Hilfe eines Magiers
in Flauberts Roman Madame Bouverie zaubern läßt und mit dieser
eine hemmungslose Affäre beginnt. Andere Texte wiederum erinnern
sehr an den in dieser Zeit entstandenen Film Die letzte Nacht des Boris
Gruschenko, und wer diese Art des intellektuellen Witzes liebt, der wird
mit dem "Ohne Leit kein Freud" vollends auf seine Kosten kommen."
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