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(Love And Death)
USA 1975

Um
sechs Uhr am nächsten Morgen wird Boris Gruschenko erschossen werden
für ein Attentat auf Napoleon, das er nicht begangen hat. In seinem
Verlies träumt Boris merkwürdige Träume und erinnert sich:
Schon als Kind dachte er über die Inneneinrichtung des Universums
nach und hatte Rendevouzs mit dem Sensenmann. Als er zu voller Mannesgröße
heran gewachsen war, als auf 1,65 Meter, verknallte er sich in seine Kusine
Sonja die einzige Frau, mit der er philosophische Gespräche führen
kann. Seine Familie besteht sonst nur aus Tänzern, Lachenden und
Patrioten und seine fernere Umgebung aus Vollidioten. Sonja möchte
mit einem Mann die Gipfel der Leidenschaft erstürmen, bekam jedoch
in ihrem Leben nur unpassende Anträge. Sie wünscht sich einen
Mann, der die drei großen Geheimnisse der Liebe in sich vereinigt:
Intellekt, überragenden Geist und brutalen Sex. An Boris denkt sie
dabei nicht. Boris dagegen hält Sonja für seine ideale Partnerin-aber
sie liebt seinen Bruder Iwan, den Boris auch wie einen Bruder liebt- aber
nicht wie seinen. Der Krieg gegen Napoleon bricht aus. Boris will bis
zu dessen Ende seine Zeit im Spielzimmer verbringen, aber die Brüder
und seine Mutter wollen ihn an vorderster Front sehen. Am Abend vor der
Rekrutierung will Sonja noch heiraten, aber ihr 79jähriger Bräutigam
stirbt auf der Stelle an Herzschlag. Daraufhin heiratet sie einen Heringshändler,
der ihr schon seit einiger Zeit Heringsparfüm schenkt, was Sonja
beliebt macht bei allen Katzen der Umgebung.Boris zieht mit einem Schmetterlingsnetz
ins Exerzierlager. Sonja langweilt sich zu Hause mit ihrem Gatten. Vor
dem Beginn der Schlacht gegen die Franzosen macht Boris drei Tage Urlaub
in der Oper von St.Petersburg, wo er Onkel und Tante besucht. Ins Bordell,
wie seine Kameraden, will er nicht, denn dort bekommt er immer einen Schluckauf
und ist im Nu fertig. Während der "Zauberflöte" flirtet
Boris mit der Gräfin Alexandrowna, die einen so großen Busen
hat, daß er "für die gesamte Kompanie" reichen würde.
Boris achtet deshalb kaum auf die Aufführung, obgleich Mozart etwas
für sich hat, vor allem seine Musik- wie er der Tante gegenüber
zugibt. Die Gräfin hat es ihm angetan, er verabredet sich mit ihr
zum Tee und verspricht, die Teebeutel mitzubringen. Das er auch ihre erogenen
Zonen "durchchecken" will, bringt den Liebhaber der Gräfin
gegen ihn auf. Boris, in seiner prächtigen Uniform, macht Eindruck-
auch bei der plötzlich auftauchenden Sonja. Aber nicht genug. So
muß er, der "Zwischengrößenzwerg", als der
er sich fühlt, über sich ergehen lassen, daß Sonja ihm
von ihren Liebesabenteuern erzählt. Sie tut alles, um ihren Heringshändler
zu betrügen, dessen Vorstellung "von der Schönheit dieser
Welt in einem Topf marinierter Heringe gipfelt", wie Sonja klagt.
Noch bevor sich Boris an seine Kusine heranmachen kann, verabschiedet
sie sich, nícht ohne ihm viel Spaß und gute Unterhaltung
im Krieg zu wünschen...

Mit diesem Film schuf Woody die Autobiographie als Kostümfilm.
Diese kunterbunte "Crazy Comedy" in der Nähe der Marx Brothers,
die Eisensteins steinerne Löwen aus "Panzerkreuzer Potemkin"
ebenso im Filmgepäck führt wie Ingmar Bergmans Todes- motive,
geht in ihrem Humor respektlos auch noch über den Tod hinaus. Allens
Lachen überschreitet die Dinge dieser Welt, die quasi zu Grabbeigaben
des noch lebenden Boris Gruschenko werden, nach dem Motto: "Im Jenseits
kann nichts mehr schiefgehen,
und hübsche Mädchen soll es dort auch geben". Der teils
in Frankreich, teils in Ungarn re- alisierte Film, dessen Rahmenhandlung
Lew Tolstoijs "Krieg und Frieden" parodiert, ent- hält
erstmals im Werk Allens surrealistische Bildpointen, aber: Er wechselt
vom Körper- Slapstik zum Kopf-Slapstik.
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen
Kamera: Ghislain Cloquet Musik: Serge
Prokofieff Mozart Schnitt: Ralph Rosenblum Ron Kalish
Ton: Daniel Brisseau Dan Sable Al Grimaglia Spezial-Effekte:
Kitt West Peter Dawson Ausstattung: Claude Reytinas Kostüme:
Gladys de Segonzac FSK: ab 16 Jahren, nicht feiertagsfrei
Verleih (Kino): United Artists Verleih (Video):
Warner Home Video Erstaufführung: 28.8.1975 Produktionsfirma:
Rollins & Joffe United Artists Produktion: Charles
H.Joffe Fred T.Gallo Länge: 85 Minuten Darsteller:
Woody Allen (Boris Gruschenko) Diane Keaton (Sonja) Georges Adel (Alter
Nehamkin) Frank Adu (Unteroffizier) Feodor Atkine (Michael) Zvevo Scooler
(Vater von Boris) Despo Diamantidou (seine Mutter) Henri Czarniak (Iwan)
Jacqueline Fogt (Tante Ludmilla) Olga Georges-Picot (Gräfin Ludmilla)
Harold Gould (Anton Lebedkow) Jessica Harper (Natascha) James Tolkan (Napoleon)
Brian Coburn (Dimitri)
"Leutnant Kije"
Sergei Prokofiev
Symphonische Suite, Opus 60,
daraus "Troika" und "Kije´s Hochzeit"
1975 UNICRIT Award
Woody Allen
1975 Goldener Bär
Woody Allen
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