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(King Lear)
USA/Frankreich 1987

Figuren
wie William Shakespeare Junior der Fünfte, gespielt von Peter Sellars,
werden ausersehen, die Kunst für die menschliche Rasse zu retten.
Auf seinem Weg begegnet der merkwürdigen Zeitgenossen, menschenähnlichen
Gnomen, Egoisten, Wissenschaftlern und prinzessinnenhaften Mädchen.
Ein Film entsteht über das Unheil und er soll in New York von Mr.Alien
(Woody Allen) geschnitten werden.

Fünfzehn Jahre hat Godards «King Lear» im juristischen
Niemandsland verbracht, bevor ihn ein französischer Verleih Anfang
April 2002 der Pariser Öffentlichkeit zugänglich machte. Entstanden
ist das Projekt 1985, im Rahmen eines - wie die Legende es will - auf
einem Tischtuch in Cannes unterzeichneten Vertragsprotokolls zwischen
der amerikanischen Firma Cannon Group und Jean- Luc Godard. Die Produzenten,
die mit «Lemon Popsicle» und dergleichen ein Vermögen
gemacht hatten und nun mit europäischen Regisseuren ihr Renommee
aufbessern wollten, lehnten das zwei Jahre später gelieferte Werk
jedoch als vertragswidrig ab. Der anschliessende Konkurs der Auftraggeber,
Menachem Golan und Yoram Globus, hat den Kinostart des Films zusätzlich
verzögert.
Tatsächlich
weist «King Lear» mit Shakespeares Drama ebenso wenig Verwandtschaft
auf wie «Prénom Carmen» mit der Novelle von Mérimée.
Insofern lässt sich der Untertitel «A film shot in the back»
auch eher als Selbstbezichtigung des Regisseurs denn als Denunziation
der Produzenten lesen. Die prestigereiche Besetzung - Norman Mailer, Burgess
Meredith, Peter Sellars, Woody Allen (als Mr. Alien) - dient hier nicht
der Produktion eines kulturellen Mehrwerts, den sich die Cannon-Leute
zweifellos erhofft hatten, sondern einer kulturgeschichtlichen Bestandesaufnahme:
Peter Sellars spielt William Shakespeare jr. V, der nach der Katastrophe
von Tschernobyl den Auftrag erhält, das verloren gegangene Werk seines
Vorfahren zu rekonstruieren. Nach einer Begegnung mit Meredith und Molly
Ringwald, die mit ihrer Vater-Tochter-Beziehung auch den Gegensatz zwischen
«Macht und Tugend» verkörpern, führt Sellars' Recherche
zu einem Treffen mit Godard, der ihm als shakespearescher Narr sein Verhältnis
zur Filmgeschichte vorexerziert.
Regie:
Jean-Luc
Godard Drehbuch: Jean-Luc Godard Norman Mailer Hershel F.Rubin
William Shakespeare Schnitt: Jean-Luc Godard Produktion:
Yoram Globus Menahem Golan Kamera: Sophie Maintigneux Darsteller:
Woody Allen (Mr.Alien) Leos Carax (Edgar) Julie Delpy (Virginia)
Jean-Luc Godard (Professor) Suzanne Lanza Kate Mailer (Sie selbst) Norman
Mailer (Er selbst) Burgess Meredith (Don Learo) Molly Ringwald (Cordelia)
Peter Sellars (William Shakespear Junior der Fünfte)
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