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(Annie Hall)
USA 1977

Der Komiker
und Gagschreiber Alvy Singer ist vierzig geworden und hat sich von Annie
getrennt. Auf der Suche nach den Gründen geht er im Geist zurück
bis in seine Kindheit, denn er besucht seit 15 Jahren eine Psychotherapie
und weiß ihre Methoden für die Eigenanalyse zu nutzen. Die
daraus resultierende Wort- und Bilderflut, die Vergangenheit und Gegenwart,
Phantasie und Realität abruft, ist Alvy Singers private Psychoanalyse,
ein vom Versuch der Selbsterkenntnis geordnetes Chaos. Unchronologisch
assoziierte Lebensgeschichte, auf dem Weg zurück zu Annie: Unter
einer Achterbahn in Coney Island aufwachsend, liest Alvy viel. Als er
begreift, daß das Universum expandiert, stellt er die Schularbeiten
ein. Mit sechs Jahren entdeckt er die Frauen, er knutscht seine Mitschülerinnen
zweimal im Monat und wird vom Lehrkörper wegen seiner offensichtlich
fehlenden Latenzperiode zur Verantwortung gezogen. Alvy Singer erlebte
seine Kindheit als Folge von Niederlagen, aber dann ist er berühmt
geworden. Vor den Kinos erkennen ihn die Fans, und er hat im Fernsehen
Lacherfolge. Nur mit seiner Freundin Annie ist er nicht mehr glücklich.
Annie verweigert sich ihm immer häufiger. Sie hat oft Kopfschmerzen,
vor allem ,wenn sie ihre Therapie verpaßt hat oder Alvy sie in Marcel
Ophül´s vierstündige Nazidokumentation "The Sorrow
And The Pity" schleppt. Alvy kann seinen sexuellen Hunger mit Annie
kaum noch stillen. In dieser Situation erinnert sich Singer an Allison
Putschnik, die er 1957 auf einer Wahlparty für Adlai Stevenson traf,
wo er als Komiker auftrat. Er heiratet die hübsche Doktorantin vom
Fleck weck und blieb mit ihr bis zum Kennedy-Mord 1963 zusammen. Dann
entwickelte er eine politische Verschwörertheorie, die ihm dazu diente,
mit Allison nicht mehr ins Bett gehen zu müssen. Alvy´s Freund
Rob versucht, ihn nach Kalifornien zu locken, wo jeden Tag die Sonne auf
die Tennisplätze scheine, doch Alvy lebt lieber im Trüben. Im
Tennisclub lernt er Annie kennen. Sie ist aus Chippewa Falls in Wisconsin
und leicht meschugge. Nachdem Alvy eine gemeinsame Fahrt in Annie´s
wendigem VW überlebt hat, trinken sie auf der Terasse von Annies
Arpartment ein Gläschen und unter- halten sich so geziert, als träten
sie live im 3.Programm auf, während sie insgeheim eine zärtliche
Bindung sucht. Annie singt in einem Nachtclub, wird aber nicht beachtet.
Alvy hält ihre Stimme für "bildschön" und tröstet
sie. Danach gehen sie zusammen ins Bett, wo sie den meisten Spaß
miteinander haben, vom Lachen einmal ab- gesehen. An der Brooklyn- Brücke
gesteht Alvy Annie eines Abends, daß er sie "polymorph-pervers"
findet und daß er sie "lierbt", beziehungsweise "libbt".
Daraufhin zieht Annie zu ihm -ihre Heizung ist im Eimer..

Seit diesem Film lachte über Woody nur noch, wer ihn ernst
nahm. Über diesen netten und hysterischen, normalneurotischen, manisch
auf Sex fixierten Romantiker der Großstadt
mit der defensiven Geschwätzigkeit eines grundgescheiten, schmalbrüstigen
Intellektuellen. Der Film sollte zunächst "Anhedonia" heißen,
aber die Figur Annie, dargestellt von Diane Keaton, trat so überraschend
in den Vordergrund, daß Allen, der Regisseur, seiner langjährigen
Lebensgefährtin (eigentlich: Diane Hall) diesen Film widmete. Mit
diesem erzählerisch vielschichtigen Film, der vier Oscars gewann
erwies sich Allen erstmals als Clown, diesmal jedoch ohne Maske.
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen
Marshall Brickman Kamera: Gordon Willis Musik:
Isham Jones Gus Kahn Diane Keaton Carmen Lombardo John Jacob Loeb Tim
Weisberg Do-Re-Mi Children´s Chorus Jack Lawrence Eric Coates Tommy
Dorsey Schnitt: Ralph Rosenblum Wendy Greene Brickmont
Ton: James Sabat Jack Higgins Dan Sable Bauten:
Mel Bourne Animationen: Chris Ishii FSK:
ab 6 Jahren, feiertagsfrei Verleih (Kino): United Artists
Verleih (Video): Warner Home Video Erstaufführung:
9.6.1977 Produktionsfirma: United Artists Produktion:
Charles H.Joffe Fred T.Gallo Länge: 93 Minuten Darsteller:
Woody Allen (Alvy Singer) Diane Keaton (Annie Hall) Tony Roberts (Rob)
Carol Kane (Allison) Paul Simon (Tony Lacey) Shelley Duval (Pam) Janet
Margolin (Robin) Colleen Dewhurst (Annies Mutter) Christopher Walken (Duane)
Donald Symington (Annies Vater) Helen Ludlam (Omama Hall) Mordecai Lawner
(Alvys Vater) Joan Newman (Alvys Mutter) Jonathan Munk (Alvy mit 9 Jahren)
Marshall McLuhan (Marshall McLuhan) Dick Cavett (Dick Cavett)
"Seems Like Old Times"
Diane Keaton
"A Hard Way To Go"
Tim Weisberg
"Christmas Medley"
Do-Re-Mi-Children´s Chorus
"Sleepy Lagoon"
Tommy Dorsey"
It Had To Be You"
Diane Keaton
1978 Oscar
Beste Schauspielerin
Diane Keaton
Regie
Woody Allen
Bester Film
Charles H. Joffe
Bestes Original-Drehbuch
Woody Allen
Marshall Brickman
Nominierung als Bester Schauspieler
Woody Allen
1978 Bodil
Awards
Bester amerikanischer Film
Woody Allen
1978 British
Academy Awards
Beste Schauspielerin
Diane Keaton
Regie
Woody Allen
Schnitt
Wendy Greene Bricmont
Ralph Rosenblum
Bester Film
Bestes Drehbuch
Woody Allen Marshall Brickman
1978 BAFTA Film Award
Nominierung als Bester Schauspielerin
Woody Allen
1978 César
Awards
Nominierung als Bester ausländischer Film
Woody Allen
1978 Directors Guild of America
Regie
Woody Allen Frederic B. Blankfein (Co-Regie)
Fred T. Gallo (Co-Regie)
Robert Greenhut (Produktion)
1978 Golden
Globes
Beste Schauspielerin
Diane Keaton
Regie
Woody Allen
Bester Film
Bester Schauspielerin
Woody Allen
Bestes Original-Drehbuch
Woody Allen Marshall Brickman
1977 Los Angeles Film Critics Association Awards
LAFCA Award Bestes Drehbuch
Woody Allen
Marshall Brickman
1977 National Board of Review
NBR Award Beste Schauspielerin
Diane Keaton
1992 National
Film Preservation BoardNational Film Registry
1978 National
Society of Film Critics Awards
NSFC Award Beste Schauspielerin
Diane Keaton
Bester Film
Bestes Drehbuch
Woody Allen Marshall Brickman
1977 New
York Film Critics Circle Awards
NYFCC Award Beste Schauspielerin
Diane Keaton
Regie
Woody Allen
Bester Film
Bestes Drehbuch
Woody Allen
Marshall Brickman
1978 Writers
Guild of America
WGA Screen Award Beste Comedy
Woody Allen
Marshall Brickman
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