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(New York Stories, "Oedipus wrecks")
USA 1989

Sheldon Mills lebt mit der attraktiven Lisa zusammen, hat einen angenehmen
Job und könnte eigentlich rund um glücklich sein, gäbe
es da nicht Sheldon´s Mutter. Ganz jüdische Mama, wacht sie
über dem Leben des Sohnes, der ihrer Meinung nach alles andere als
Vollkommen ist. Beim Antrittsbesuch Lisa´s holt sie ohne Umschweife
das Photoalbum heraus und verrät lauthals intime Familiengeheimnisse,
so zum Beispiel das ihr Sheldon schon immer Bettnässer gewesen sei.
Als Abschluß des Abends planen die Drei einen Variete-Besuch, in
deren Verlauf auch ein Zauberkünstler auftritt. Dieser pickt sich
ausgerechnet Sheldon´s Mutter als "Freiwillige" aus dem
Publikum, um sie vor den Augen der entzückten Menge in einem Koffer
verschwinden zu lassen. Der Trick gelingt- der Applaus ist heftig. Als
Sheldon und Lisa die Mutter hinter der Bühne abholen wollen, stellt
sich jedoch heraus, daß das Zauberkunststück zu gut funktioniert
hat: Mrs. Mills ist und bleibt verschwunden. Jedoch nicht lange. Denn
als Sheldon am nächsten Morgen seine Zeitung holen will, hört
er die schnarrende Stimme seiner Mutter aus einer Richtung, die er nicht
für möglich gehalten hätte. Sie hat sich im wahrsten Sinne
des Wortes "in Luft aufgelöst" und erscheint ihm als überdimensionale
Luftspiegelung über Manhattan. Von dieser exponierten Stellung aus
kommentiert sie jeden Schritt ihres ungehorsamen Sohnes und jeder in New
York bekommt es mit. Sie schwadroniert über seinen schlechten Geschmack
bei Frauen, seinen Lebensstil und seine Anfälligkeit für Kinderkrankheiten.
Voller Verzweifelung wendet er sich an eine Hellseherin, mit deren Hilfe
er versucht, sich dieser "Mutter Morgana" zu entledigen. Aber
die "himmlische Heimsuchung" will nicht verschwinden.

Warum diese drei Film-Episoden unter dem Titel "New Yorker
Geschichten" zusammengefasst wurden, bleibt -wahrscheinlich für
immer- das Geheimnis der Produktionsgewaltigen,
denn weder thematisch noch stilistisch ist hier ein Zusammenhang zu erkennen.
Während Martin Scorsese´s "Lebensstudien" - auch
und vor allem dank des kraftvollen Einsatzes von Nick Nolte als ego- manischer
Künstler- den Zuschauer in einen Strudel der Leidenschaft zieht und
Woody´s "Ödipus Ratlos" den Mutter-Komplex auf´s
brillianteste persifliert, bleibt Francis Ford Coppola`s "Leben ohne
Zoe" merkwürdig symbolüberfrachtet und blutleer. Insgesamt
jedoch sehr sehenswert, unter der Voraussetzung, daß man den Schnellvorlauf
auf seiner Fernbedienung nicht aus den Augen läßt :-)
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen
Kamera: Sven Nykvist Musik: div. Interpreten
Schnitt: Susan E. Morse FSK: ab 12 Jahren,
feiertagsfrei Verleih (Kino): Warner Bros. Verleih
(Video): Euro Video Erstaufführung: 21.9.1989
Produktionsfirma: Touchstone Produktion:
Robert Greenhut Fred Roos Länge: 124 Minuten Darsteller:
Woody Allen (Sheldon Mills) Mae Questel (Mutter) Mia Farrow (Lisa)
I want a girl (just like the girl that married dear old dad)"
(William Dillon, Harry von Tilzer)
Frankie Carle
"Mother"
(Howard Johnson, Theodore Marse)
Bernie Leighton
"Sing,
sing, sing"
(Louis Prima)
Benny Goodman
"In
a persian market"
(Albert Ketelbey)
Wilbur de Paris
"I'll
be seeing you"
(Sammy Faiu, Irving Kahal)
Liberale
"I've
found a new baby"
(Jack Palmer, Spencer Williams)
Wilbur de Paris
"All
the things you are"
(Jerome Kern, Oscar Hammerstein)
David Rose & Orchestra
"June in January"
(Ralph Raininger, Leo Robin)
David Rose & Orchestra

1990 American Comedy Award
Beste Schauspielerin
Julie Kavner
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