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(Take The Money And Run)
USA 1969

Wer
ist Virgil Starkwell? Diese Frage stellt ein Reporterteam, das Zeitzeugen
aus Virgils unruhigem Leben befragt, um ein Porträt des zu 800 Jahren
Knast verurteilten und zum "Verbrecher des Jahres" gekürten
Mannes zu erstellen. Virgil selbst hofft, "nur die Hälfte absitzen
zu müssen". Seine Eltern - mit Pappnase und Schnurrbart unkenntlich
gemacht-, sein Bewährungshelfer, sein Psychiater und ein FBI-Ermittler
geben Auskunft über das, was den slumgeschädigten Tropf, dem
schon als Kind alles schief ging, als Erwachsenen vollends aus der Bahn
warf. Als Gangster taugt er ebenso wenig wie ein Maul- wurf als Blindenhund.
So ist er immer auf der Flucht und auf seine guten Ideen angewiesen. Wie
beispielsweise die Fluchtwaffe aus Seife, die sich im Regen leider in
Seifenblasen auflöst. Pech auch beim Banküberfall, der nur deshalb
im Gefängnis endet, weil der Kassierer Probleme mit Virgils Handschrift
hat und den Zettel mit der Geldforderung nicht lesen kann. Kein Grund
zu Selbst- zweifeln: Er meint trotzdem, Verbrechen lohnt sich - kurze
Arbeitszeiten und man kommt eben viel rum! Aber auch als Hand- taschendieb
versagt er völlig. Ausnahmsweise Glück hat der Pechvogel Virgil
dabei ,als er die hübsche Louise kennenlernt, denn statt der Beute
handelt er sich im Park eine Ehefrau ein. Mit einem großen Coup
will er nun für immer aussorgen

Vierter Film von und mit Woody Allen und seine erste selbstständige
Regiearbeit. Ein Werk als Nachtclubauftritt: freie Improvisation von Nummern
und Gags, eine spielerische Revue schnoddriger Szenen, dazu Variete-Sketche.
Der Einfallsreichtum von Woody sprengt den gradlinigen Verlauf der Handlung,
schickt sie auf Umwege, die Gags überlagern die Story. Was dadurch
zum Teil stilistisch unfertig wirkt, ist eigentlich die Stärke des
Films,er kreist einen Milieugangster aus allen Richtungen, mit den unterschiedlichsten
Mitteln, ein. Sein Portrait ist vielschichtiger als die vergleichbaren
Fernsehdokumentationen, die der Film ironisch auf´s Korn nimmt,
jene scheinbar objektiven Lebensrecherchen, deren Weltbild, Begriffsapparat
und analysierende Perspektive in eitler Gespreiztheit immer haarscharf
an der Wahrheit vorbeidokumentiert. Dabei ist die Komik des scheinbar
genauen Zitats, Hauptmerkmal aller seiner Filme, in diesem Regie-Erstling
schon voll ausgebildet. Info: Die Gefängnisszenen wurden mit einhundert
"echten" San Quentin-Insassen gedreht. Die normale Crew und
die Schauspieler wurden während dieser Zeit jeden Tag mit einer ultravioletten
Tinte markiert, so daß sie am Ende des Drehtages das Gefängnis
unbehelligt verlassen konnten.
Regie: Woody Allen Drehuch:Woody Allen
Mickey Rose Walter Hill Kamera: Lester Shorr Musik:
Marvin Hamlisch Schnitt: James T. Heckert Paul Jordan
Ron Kalish Ton: Bud Alper Richard Vorisek Ausstattung:
Marvin March FSK: ab 12 Jahren, nicht feiertagsfrei Erstaufführung:
7.2.1975 (Kino) 16.7.1989 ((TV in DFF 2) Produktionsfirma:
Palomar Produktion Charles H.Joffe Länge: 85 Minuten
Darsteller: Woody Allen (Virgil Starkwell) Janet Margolin
(Louise) Marcel Hillaire (Fritz) Jacquelyn (Miss Blair) Lonny Chapman
(Jake) Jan Merlin (Al) James Anderson (Wächter) Howard Storm (Fred)
Micil Murphy (Frank) Ethel Sokolow (Mutter Starkwell) Henry Leff (Vater
Starkwell) Don Frazier (Psychiater)
1970 Golden Laurel
Nominierung in der Kategorie "Male Comedy Performance"
Woody Allen
4.Platz
Nominierung in der Kategorie "Male New Face"
Woody Allen
10.Platz
1970 Writers Guild of America
Nominiert für "Bestes Comedy Drehbuch"
Woody Allen
Mickey Rose
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