
(Play It Again, Sam)
USA 1971

Allan Felix
schreibt für ein kleines, esoterisches Filmmagazin. Seine Tage verbringt
er in Reprisekinos, wo er sich, mehr Fan als Kritiker, mit den Liebesabenteuern
seiner Leinwandhelden identifiziert. Seine Frau Nancy, die ihn kaum noch
zu Gesicht bekommt, läßt sich deshalb von ihm scheiden. Einige
Zeit später erscheint ihm sein größtes Kinoidol Humphrey
Bogart im Traum und gibt ihm gute Ratschläge für die Zukunft.
"Vergiß die Vergangenheit", schnarrt Bogart, " Frauen
sind nicht kompliziert. Ich habe noch keine getroffen , die eine Ohrfeige
oder den Anblick meiner Kanone nicht kapiert hätte." Alan Felix
schöpft wieder Hoffnung. Es gibt mehrere Millionen Frauen allein
in New York, und eine davon wird er bestimmt erobern. Alans Freunde, der
smarte Geschäftsmann Dick und seine hypochondrische Frau Linda, wollen
Alan ebenfalls von seiner sentimentalen Erinnerung an Nancy befreien.
Sie verabreden sich mit ihm und schleppen immer neue, attraktive Frauen
für ihn an, aber Alan ist nur solange ein Weiberheld, wie er im dunklen
Kino sitzt. Die Frauen des (All) Tags, wie zum Beispiel die Nymphomanin
Jennifer, sind zu real und stürmisch für sein mickriges Selbstbewußtsein.
Doch Allan Felix ist nicht der einzige, der ein Liebesproblem hat. Auch
zwischen Dick und Linda kriselt es. Dick wird von seinem Job total in
Anspruch genommen, leistet sich bald keine freie Minute mehr, ohne die
Telefonnummern seines augenblicklichen Aufenthaltsortes an sein Büro
durchzugeben, und entnervt damit vor allem Linda, die sich darauhin immer
häufiger mit Alan trifft. Linda und Allen gehen in Museen und ins
Kino und gewöhnen sich aneinander. Beide stellen eines schönen
Abends fest, daß ihre gegenseitige Zuneigung stärker ist, als
sie wahrhaben wollen. Und weil Alan Felix mit anderen Frauen nur Schiffbruch
erleidet, steckt er eines Abends die Kerzen an, entkorkt eine Weinflasche
und küßt Linda, die darüber konstaniert-glücklich
ist. Bogart, der bei jedem ihrer Rendevouzs auf der Sofalehne sitzt, feuert
Alan an, in seinem männlichen Liebesdrängen nicht nachzulassen,
und so können Allan Felix und Linda bald die schönste Zweierkiste
öffnen. Aber wie soll man das Dick beibringen, der von alldem nichts
mitbekommen hat? Dick merkt es von allein. Als er eines Tages von einer
Geschäftsreise zurückkommt, sieht er, was während seiner
Abwesenheit passiert ist. Dick reagiert auf seine Art, indem er sich gefährlich
in Richtung Sozialfall entwickelt. Lindas und Allans Schuldgefühle
nehmen zu. Und als Dick wieder mal eine Geschäftsreise antreten muß,
begleitet ihn Linda, die begriffen hat, daß Dick sie jetzt braucht.
Auf dem Flugplatz spielt Alan Felix, der auf eine solche emotionale Situation
sein Leben lang gewartet hat, mit Linda den schönen, heroischen Abschied
von Bogart und Bergman aus "Casablanca" nach.

Ein Film über Filme, mit der ironischen Sehnsucht nach dem klaren
Weltbild des alten Hollywood-Genrekinos und seinen Idolen. In "Mach´s
noch einmal, Sam" ,dieser Allen´schen
Filmvariante
des berühmten von Humphrey Bogart aus "Casablanca", mit
dem dieser beim Barpianisten die Schnulze bestellt, die ihn seelisch für
immer und ewig an Ingrid Bergman und kurzfristig an den Schnaps bindet,
ging Woody Allen´s gerade vollzogene Scheidung von Louise Lasser
eben so ein, wie die frische Beziehung mit Diane Keaton.
Regie: Herbert Ross Drehbuch: Woody
Allen Kamera: Owen Roizman Musik: Billy
Goldenberg Oscar Peterson Max Steiner Schnitt: Marion
Rothman Ton: Richard Pietschmann David Dockendorf Produktions-Design:
Ed Wittstein FSK: ab 12 Jahren, feiertagsfrei Verleih
(Kino): CIC Erstaufführung: 19.4.1973 Produktionsfirma:
Apjac Produktion: Arthur P.Jacobs Frank Capra jr. Länge:
85 Minuten Darsteller: Woody Allen (Allan Felix) Diane
Keaton (Linda) Tony Roberts (Dick) Jerry Lacey (Bogart) Susan Anspach
(Nancy) Jennifer Salt (Sharon) Joy Bang (Julie) Viva (Jennifer) Suzanne
Zenor (Mädchen in Diskothek) Diana Davila (Mädchen in Museum)
Mari Feltcher (Phantasie-Sharon)