
(Sleeper)
USA 1973

Eigentlich
wollte sich Miles Monroe, Besitzer eines vegetarischen Restaurants und
Klarinettist einer Dixieland-Band, beim Arzt nur ein lästiges Furunkel
entfernen lassen. Als er aus der Narkose erwacht, findet er sich im Jahre
2174 wieder. Man hat ihn irrtümlich eingefroren. Während seines
zweihundertjährigen Tiefschlafs haben sich die Verhältnisse
grundlegend geändert. In den USA herrscht ein allmächtiger Führer,
der das Leben seiner Untertanen mit elektronischer Datenverarbeitung bis
in die Intimsphäre erfaßt und reglementiert. Der konventionelle
Geschlechtsverkehr wurde abgeschafft, zur Lustbefriedigung bedienen sich
die Paare einer Maschine, des Orgasmotrons. Dergleichen Instrumente behagen
dem altmodisch-romantischen Miles freilich gar nicht. Miles Monroe wird
zum Helden der Untergrundbewegung, die das totalitäre Computersystem
stürzen will.

Woody Allen hatte Aldous Huxleys "Brave New World" im
Kopf, als er sich an diesen Film machte. Sein futuristischer Comic Strip
trägt realpolitische Züge. Er zeigt die Gesellschaft des Jahres
2173, meint aber die US-Gesellschaft von 1973, die sich für standartisiertes
Vergnügen,
nicht aber für Gerechtigkeit und Freiheit erwärmt. Der "American
Way Of Life" der Nixon und Reagan- Ära als Vorlage für
Slapstik-Kino aus dem 22.Jahrundert- 200 Jahre übersprungen und noch
immer die lustfeindliche, vulgäre und kulturlose Szene mit Plastikwohnzimmern,
mechanischem Sex, Hamburgern und TV-Pressekonferenzen aus dem blitzweißen
Haus. Die amerikanische Originalfassung des Films ist voller Insider-Anspielungen,
die die deutsche Synchronfassung manchmal ratlos übersetzt. Die in
101 Drehtagen und mit 3,1 Millionen Dollar in Denver, Los Angeles und
Monterey gedrehte SF-Parodie war Woody´s Sprung in die kommerzielle
und künstlerische Unabhängigkeit. Er konnte erstmals den Endschnitt
kontrollieren. "Final Cut", ein Privileg.
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen
Marshall Brickman Kamera: David M.Walsh Musik:
Woody Allen Schnitt: O. Nicholas Brown Ron Kalish Ralph
Rosenblum Produktionsdesign: Dale Hennesy Produktion:
Marshall Brickman Jack Grossberg Charles H. JoffeJack Rollins (II) Ralph
Rosenblum Special Effects: Gerald Endler A.D. Flowers
Verleih (Kino): United Artists Erstaufführung:
17.12.1973 Produktionsfirma: Rollins-Joffe Productions
Länge: 89 Minuten Darsteller: Woody
Allen (Miles Monroe) Diane Keaton (Luna Schlosser) John Beck (Erno Windt)
Mary Gregory (Dr. Melik) Don Keefer (Dr. Tryon) John McLiam (Dr. Aragon)
Bartlett Robinson (Dr. Orva) Chris Forbes (Rainer Krebs) Mews Small (Dr.
Nero) Peter Hobbs (Dr. Dean) Susan Miller (Ellen Pogrebin) Lou Picetti
(M.C.) Jessica Rains (Frau im Spiegel) Brian Avery (Herald Cohen) Spencer
Milligan (Jeb Hrmthmg) Stanley Ross (Sears Swiggles) Howard Cosell (er
selbst) Jackie Mason (Roboter Tailor) Richard Nixon (er selbst) Albert
Popwell (Programmierer) Douglas Rain (böser Computer) Whitney Rydbeck
(Janus)
1974 Hugo
Beste Dramatische Performance
1975
Nebula
Beste Dramatische Performance
Woody Allen
1974
Writers Guild of America
Nominiert für "Bestes Comedy Drehbuch"
Woody Allen
Marshall Brickman