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Am Thema "Woody Allen" haben sich schon etliche Autoren versucht. Immer wieder erscheinen Bücher über den New Yorker Filmemacher, vor allem im anglo-amerikanischen Sprachraum. Von dieser Flut an Biographien und Bildbänden schwappt jedoch nur ein kleiner Teil über den grossen Teich auf den deutschen Markt, den die "Ware" Woody steht- nicht erst seit dem Sorgerechts-Skandal 1992- nicht gerade hoch im Kurs und gilt, trotz Weltruhms und Allen´s mit Preisen und Auszeichnungen überhäuften Filmographie immer noch als "Ladenhüter". Die literarischen Versuche deutscher Autoren sind manchmal mehr, manchmal weniger gelungen, aber eins haben Sie alle gemeinsam: Auch das Papier, auf dem es um Woody Allen geht, ist geduldig. Deshalb sei hier nur ein kleiner Teil der Publikationen erwähnt, die sich mit dem New Yorker Filmemacher beschäftigen. Fehlt Eurer Meinung nach an dieser Stelle noch ein Buch über Allen? Buchtipps und Rezensionen sind ausdrücklich erwünscht.
Sonderlich hart geht Reimertz mit dem New Yorker Filmemacher nicht ins Gericht, etwa hinsichtlich seines Scheidungskrieges mit Mia Farrow, aber ehrlich gesagt bietet der auch wenig Angriffspunkte. "Früh entdeckte Allen den Humor als Waffe gegen die Zumutungen der Außenwelt", und dieser Humor zog sich als berufliche Leitlinie durch sein Leben. Erst als Gagschreiber, dann als Stand-up Comedian, schließlich als Regisseur, "dessen Werk als eine amerikanisch-europäische Synthese gilt". "Mit Woody Allen betritt der Intellektuelle die Bühne der Popkultur", resümiert Reimertz. Den Weg Allens auf diese Bühne und das Wirken darauf kann man hier nachlesen." Zu diesen Erkenntnissen verhilft uns der Autor mal recht leichtfüßig, dann wieder arg professoral, wenn er etwa die Wirkungsweise eines Witzes auf vier Ebenen in extenso erklärt. Umgekehrt wird vieles angetippt, weniges ausgeführt, so dass man trotz manch neuer Einsicht etwas ratlos zurückbleibt. Aber wenn Hösles philosophisch verbrämte Begeisterung für Allen auch nur zwei, drei Leser ansteckt, will ich nichts gesagt haben."
Stoff genug für ein Lexikon bietet der Komiker und Filmemacher also allemal. Vielleicht vermisst mancher eingefleischte Allen-Fan den Eintrag des Zeit sparenden "Orgasmotrons" aus Der Schläfer, und trotz A-Z-Aufbau wäre eine chronologische Filmliste hilfreich gewesen. Ansonsten aber finden sich in diesem Buch eigentlich alle wichtigen Informationen über Allens Werk und sein Privatleben. Jeder Film hat natürlich seinen Platz im Buch (inklusive zusätzlicher Hintergrundbegriffe), dazu die Darsteller sowie wichtige Personen und Ereignisse aus Allens Privatleben. Einige Fotos finden sich auch, die sind aber angesichts ihrer Anzahl und Qualität sicher nicht das Hauptargument für dieses Lexikon. Das ist ein anderes: Rascher als in den diversen verfügbaren Woody Allen-Lebensgeschichten findet man in dieser alphabetisch geordneten Welt des Filmemachers mit ihren mehr als 700 Einträgen die gesuchte Information. Dadurch ist das Woody Allen Lexikon die ideale Ergänzung zu den Biografien."
Wie Allens Privatleben vor und während seiner Karriere aussah beschreibt Marion Meade in Ein Leben gegen alle Regeln. Das im Stil einer traditionellen Biografie angelegte Buch beschreibt ausführlich Allens Werdegang und die Personen, die darin eine Rolle spielten. Fast schon zu ausführlich kann man jedoch anmerken, das Buchstudium ist etwas zäh. Und das obwohl Meade großes Gewicht auf Tratsch, Klatsch und Skandälchen legt. Des Öfteren nutzt sie "vertrauliche Quellen", etwa um Mia Farrows Verhalten im Sorgerechtsstreit zu skizzieren. Aber mit solchen Quellen ist es halt so eine Sache -- man glaubt sie oder man glaubt sie nicht. Im Vergleich zum nahezu zeitgleich erschienenen Stephan Reimertz-Band Woody Allen. Eine Biographie wirkt Meades Buch jedenfalls reißerischer, soweit dieser Begriff überhaupt zu Woody Allen passt. Ein nachteiliger Eindruck, den so manches Paparazzi-Foto im Bildteil noch unterstützt. Meades Band ist zwar inhaltlich umfassender als Reimertz' Konkurrenzbiografie, besser ist sie deswegen aber nicht. Reizvoll dürfte das Meade-Buch vornehmlich für jene sein, die mehr der Privatmann denn der Filmemacher Allen interessiert."
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