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Harlene Rosen
Geboren: 1938
erste Ehefrau von 1956-1962
Er lernte sie bereits 1945 als Pianistin in einer Amateur-Jazzband kennen und heiratete die drei Jahre jüngere Politik- und Philosophiestudentin am 15.3.1956, mit 20 Jahren- sie war siebzehn-, im "Hollywood Hawaiian Hotel", wo er während seiner Arbeit für die "Colgate Comedy Hour" wohnte. Die Trauung vollzog ein Rabbi. Harlene bombardierte ihn mit Fragen ihres Studiums am Hunter College. Später arbeitet er die Ehe in witzigen Tiraden auf: "Harlene war philosophisch zu überlegen, sie versuchte immer, mir zu beweisen, daß ich nicht existiere". Die Heirat mit Harlene war sein erster Schritt in die Unabhängigkeit. In der Hochzeitsnacht applaudierte sie ihm noch stehend, aber nach der Scheidung sagte er, er würde sie am liebsten in Handschellen wiedersehen. Vielleicht lag das daran, das sie nicht kochen konnte. "Alles, was sie macht, schmeckt nach Huhn". Mitte 1956, nach dem Ende seines Jobs in Los Angeles, kehrten Harlene und Woody nach New York zurück und bezogen ein Apartement in der 110 East Sixty-First Street. Später baut Woody Allen Harlene als Filmfigur Allison Putschnik in "Der Stadtneurotiker" ein. In "Manhattan" läßt Woody seine Ex- Frau , gespielt von Meryl Streep, ein Buch über ihn schreiben, in dem er nicht gut wegkommt- seine häufigste Sorge. In der Realität ließ sich Harlene von Woody Allen scheiden, weil er sie angeblich als Material seiner Live-Shows benutzte. Sie strengte einen Prozess wegen Rufmords gegen ihn an und verlangte eine Millionen Dollar Schadensersatz, die sie auch bekam. Sie heiratete nicht wieder, zog sich völlig zurück auf´s Land und später an einen unbekannten Ort.
Louise Lasser Geboren: 1939 Zweite Ehefrau 1966-1969
Sie ziehen nach der Hochzeit in ein rotes Backsteinhaus in der East Seventy-ninth Street am New Yorker Central Park, in dessen Wohnzimmer ein riesiger Billiardtisch steht. Talkmaster Dick Cavett, den Woody im gleichen Jahr wie Louise kennenlernte, erinnerte sich später: "Im Wohnzimmer sah es aus wie im Atheneum Club, wenn er gerade frisch furniert ist. Es war einer der schönsten Abstellräume, die ich je gesehen habe". Die junge Schauspielerin und Sängerin, aufgewachsen in New York, ähnlich wie Woody in Nachtclubs aufgetreten, studierte Politologie an der Brandeis University, war großbürgerlich erzogen, sehr energisch und intelligent, sie spielte während der 70er Jahre eine populäre Rolle in der TV- Serie "Mary Hartman, Mary Hartman" und verhilft Woody zu neuem Selbstvertrauen, er glaubt nun nicht mehr, ein Elch zu sein, er weiß nun, er ist ein Komiker. Woody verschafft ihr einen Schauspielerjob in seinem Drehbuch- Erstling "Was gibt´s neues, Pussy?" und sie ermuntert ihn dazu, sein erstes Theaterstück "Don´t Drink The Water" zu schreiben. Später wird Louise die Nancy in "Bananas" und die Gina in "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten..." spielen. Louise fand heraus: "Es gibt eine süße Seite an ihm, eine dumme Seite und eine sexuelle Seite", und ließ sich von ihrem Komiker scheiden. Nach der Scheidung läßt Woody sie in seinem Film "Mach´s noch einmal, Sam" von Diane Keaton nachspielen, und er schreibt einige Charakterzüge von ihr Charlotte Rampling in "Stardust Memories" auf den Leib. Sie erschien ab 1972 auch im Fernsehen ("The Bob Newhart Show", Folge: "Pilot") und war als Drehbuchautorin neben ihrer ungenannten Mitwirkung in "What´s Up, Tiger Lilly?" auch bei "Just Me And You" (TV, 1978) tätig. In einem Interview mit "Newsweek" (April 1978) gestand Woody: "Louise hat mir sehr viel gebracht. Sie war eine sehr von der Stadt geprägte junge Frau, sehr sophisticated. Sie wuchs auf der Fifth Avenue, mit allen Privilegien des Großbürgertums und einer Er- ziehung in Privatschulen auf. Sie wußte, wie man sich in Manhattan benimmt, kannte alle Geschäfte, alle Restaurants. Ich hingegen kam aus Flatbush und kannte absolut nichts. Ich strampelte mich ab, um ein komischer Schauspieler zu werden, und sie half mir un- geheuer bei meiner Karriere. Sie ist eine der brilliantesten und geistvollsten Frauen , die ich gekannt habe." Lasser hat nicht mehr geheiratet und lebt zurückgezogen an der Upper East Side in Manhattan. Weitere Filme: Such Good Friends (1971), Schleuderpartie (1972), Coffee, Tea Or Me? (1973), In God We Trust (1980), For Ladys Only (1981), Blood Rage (1983), Crime Wave (1985), The Perils of P.K. (1986), Nicht jetzt, Liebling (1987), Sing/Sing-Die Brooklyn- Story (1989), Modern Love (1990), Frankenhooker (1990), Die Nacht mit meinem Traummann (1993), Sudden Manhattan (1997), Happiness (1998), Fast Food, Fast Women (1999), Mystery Men (1999)
Diane Keaton
Geboren: 1946
Lebensgefährtin von 1969-1972
Für seinen Film "Mach´s noch einmal, Sam" zog Woody Allen die begabte, junge Darstellerin, die vom Broadway kam und 1970 ihren ersten Film gemacht hatte, erstmals an Land. Sie hatte ihn in Chicago besucht und überzeugt. Die sechs Zentimeter größere Frau wurde sein künstlerisches alter ego, die völlig gleichberechtigte Filmpartnerin und seine Lebensgefährtin, mit der er in seinem zweistöckigen, elfzimmrigen Penthouse in der New Yorker Fifth Avenue zusammenlebte, bis Mia Farrow kam. Diane Hall, wie Keaton eigentlich heißt, spielte in "Der Stadtneurotiker" Allens zweite Ehefrau Louise Lasser nach. Später brachte sie Woody da- zu, seinen Film mit dem ursprünglichen Titel "Anhedonia", was sich auf die psychische Lethargie des Helden als Knabe beziehen sollte, in "Annie Hall" umzubenennen, und obwohl sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit Woody liiert ist, bekommt sie die Hauptrolle dieses mit vier Oscars preisgekrönten Films (einer ging an Diane). Woody bekennt, Diane sei die einzige Frau gewesen, "die gleichzeitig zwei verschiedene Gedanken im Kopf behalten kann, zum Beispiel Hegels Dialektik und warum ein Mann, wenn man ihm die Zunge ins Ohr steckt, während er eine Rede hält, sofort wie Jerry Lewis klingt". Diane Keaton und Woody Allen galten als perfektes Paar, normal neurotisch, besessen von der Idee der Liebe. Ihre Probleme waren kompliziert, aber für einen wirk- samen Drehbucheinfall jederzeit arrangierbar, sie spielten ihren Alltag auf der Leinwand nach. Zu ihrer Zeit war Keaton die Frau unter Millionen, nach der Woody sich sehnte- aber das traf auch auf alle anderen zu. Sie lebt heute unverheiratet, zusammen mit ihrem adoptierten Sohn Dexter Dean, in Beverly Hills. Weitere Filme: Der Pate (1972), Der Pate 2 (1974), Auf der Suche nach Mr.Goodbar (1977), Reds (1981), Die Libelle (1984), Flucht zu Dritt (1985), Verbrecherische Herzen (1986), Baby Boom (1987), Alles über Himmel und Hölle (1987), Der Preis der Gefühle (1988), Der Pate 3 (1989), The Lemon Sisters (1990), Vater der Braut (1991), Amelia Earhart (1994), Entfesselte Helden (1995), Marvins Töchter (1996), Club der Teufelinnen (1996), The Only Thrill (1998), The Other Sister (1999), Mothers Helper (1999), Town And Country (2000), Liebe, Tod und Telefon (2000)
Mia Farrow
Geboren: 1945
eigentlich: Maria de Lourdes Villiers Farrow
Lebensgefährtin 1982-1992
Die Tochter des Hollywood-Stars Maureen O´Sullivan und des Regisseurs John Farrow wuchs in Internaten und in Beverly Hills auf und litt im Alter von neun Jahren an Kinderlähmung. Sie wollte Nonne werden, aber ihre katholischen Lehrerinnen rieten ihr ab, weil sie beunruhigende Fragen stellte. Als 18jährige gab sie ihr Broadwaydebüt, wo sie Vivian Leigh entdeckte, bekannt wurde sie als Allison Mackenzie in der TV-Seifenoper "Peyton Place" (1963- 1966). Heiratete mit 21 Jahren Frank Sinatra und begann 1967 ihre Filmstar-Karriere mit "Rosemarys Baby" (in dem sie auch die einprägsame Titelmelodie sang). Nach der Scheidung von Sinatra war sie neun Jahre lang mit dem Filmkomponisten Andre Previn verheiratet (Scheidung 1979). Das Paar lernte sich bei einem Hot-Dog- Essen am Time Square kennen. Mit ihr gelangte Woody nach eigenen Aussagen "ins Lexikon der Superlative". Farrow hatte ihren eigenen, großen Kinotraum schon seit der Geburt geträumt, denn ihre Mutter Maureen O´Sullivan, mit der sie in "Hannah und ihre hwestern" gemeinsam vor der Kamera stand, war schon in den dreißiger Jahren als Tarzan Johnny Weissmullers Urwald-Göttin Jane ein Leinwandstar gewesen. Farrow , die in "The Purple Rose of Cairo" von "einem Penthouse, schönen Menschen und zierlichen Worten" träumt, konnte sich ihren Traum mit Woody Allen erfüllen. Und gegen die Glamourstars des Kinos bestehen konnte sie schon lange, auch wenn sie bei ihren Leinwandauftritten immer wie Aschenputtels Schürze erscheint. Mia Farrow taugte immer zu mehr- auch zu Dingen, die Woody Allen viel Ärger brachten. Als dieser sich mit ihrer Adoptivtochter Soon Yi einließ, zog sich Farrow verständlicherweise entsetzt zurück und hetzte ihm dann den gesamten, feministisch unterwanderten Justizapparat auf den Hals. Sie bekam Recht und erreichte zu Allens Kummer, daß dieser ihren gemeinsamen Sohn Satchel nicht mehr sehen durfte. Aber bis es dazu kam, vergaß Woody mit Farrow an seiner Seite sogar den alten Spruch von Groucho Marx, daß er keinem Club angehören wolle, der Leute wie ihn als Mitglieder aufnehme. Mit Mia entdeckte Woody die romantische Liebe neu, die schöner ist als die zwischen einem Jungen und seinem Hund oder zwischen zwei Oberkellnern. Mit Mia Farrow an der Seite waren für ihn die Frauen eine Zeit- lang kein echtes Problem mehr. Für den realen Woody wurde dann allerdings Mia Farrow selbst das Problem. Der Rechtsstreit wurde erst 1997 beendet. Weitere Filme: Schüsse in Batasi (1964), Die Frau aus dem Nichts (1969), John und Mary (1969), Ein liebenswerter Schatten (1972), Der Halunke (1972), Der große Gatsby (1974), Peter Pan (1975), Eine Hochzeit (1978), Tod auf dem Nil (1978), Hurricane (1979), Supergirl (1984), Die Witwen von Widows Peak (1994), Reckless (1995), Private Parts (1997), Stille Helden (1998), Coming Soon (1999), Forget Me Never (1999)
Soon-Yi Previn
Geboren: 1965
Die einstige Adoptivtochter von Mia Farrow und ihrem früheren Ehemann Andre Previn war mit Woody eine Beziehung eingegangen, die zur endgültigen Trennung zwischen Allen und Farrow führte. Am 22.Dezember 1997 heirateten Woody und Soon-Yi in Venedig.
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