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(Bananas)
USA 1970

Die Ermordung des Präsidenten von San Marcos, der krisengeschüttelten Bananenrepublik in Lateinamerika, findet live im nordamerikanischen Fernsehen statt. Howard Cosell, der beliebte Moderator, drängelt sich durch die Menge der Schau- lustigen vor Ort und kommentiert die Entscheidung des Polit-Matchs wie eine Sportübertragung. Er schafft es aber nicht mehr ganz, dem im Kugelhagel Sterbenden die letzten Worte zu entlocken. El Presidente haucht sein ruhmreiches Diktatorenleben stumm aus. Und Howard Cosell interviewt daraufhin den Gewinner des Tages, den zukünftigen Diktator von San Marcos. Fielding Mellish, vertrottelter Produkttester in einem Labor für Büromaschinen, ein völlig unpolitischer Durchschnittstyp, ahnt von alldem natürlich nichts. Er ist vollauf damit beschäftigt, sich der Punchingbälle, Gummimädchen und bockigen Fahrrädern zu erwehren, die sein Testfieber zum Leben erweckt hat. Fielding ist normal verklemmt, ein liebenswerter Schwächling mit alltäglichen Ticks, der sich freut, parkenden Autofahrern eine Beule in die Karosserie drücken zu können. In der nächtlichen U-Bahn erweist er sich angesichts einer Halbstarkenbande als abgrundtiefer Feigling, der dann aber doch, eher zufällig, für die richtige Seite Partei ergreift. Eines Tages verknallt sich diese hoffnungsvolle Niete in eine großbusige Soziologin, die gegen die Militärjunta von San Marcos agitiert. Er läßt sich von ihr den Bleistift führen, wenn es um Unterschriften unter militante Petitionen geht, und zieht sie kämpferisch ins Bett. Aber Nancy erwartet mehr von ihm. Fielding reist daraufhin nach San Marcos, wo der Guerillakrieg in vollem Gange ist, schließt sich im Fallschirmjägerdress den Rebellen an und verhilft ihnen zur Macht. Doch es gibt Komplikationen. Fielding Mellish gerät zwischen alle Fronten. Zu allem Überfluß muß er sich noch der weiblichen Partisanen erwehren und sieht mit an, wie nach dem Sieg seiner Genossen das alte Spiel von neuem beginnt. Die Ideale der Revolution sind vergessen, sobald die Macht gewonnen ist. Mit angeklebtem roten Bart übernimmt Fielding Mellish den Präsidentenposten. Er spricht vor der UNO in New York, wird wegen antiamerikanischer Tätigkeit verhaftet und als Staatsfeind vor ein Gericht gestellt, in dem die Geschworenen Marihuana rauchen- und er siegt bei Nancy, die voller Begeisterung über die revolutionäre Moral ihres Helden ist.

Fünfter Film von Woody Allen,der in die deutschen Kinos erst nach dem Kassenerfolg von "Der Schläfer" zu sehen war. Der Film ist ein Slapstik- Groteske über politische Unterdrückung in Südamerika und benutzt Motive aus Allens satirischem Text "Viva Vargas! Auszüge aus dem Tagebuch eines Revolutionärs (aus "Nebenwirkungen"). Wie im Film so auch im Text nimmt Allen keine einzige Person ernst. Die CIA hält es gleichzeitig mit der Regierung und mit den Rebellen, die Guerilleros überlegen, ob sie die Ideale der Revolution nicht aufgeben und eine Rumba-Truppe bilden sollen. Die groteske Urwald-Romanze quillt über von Gags.
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen Mickey Rose Kamera: Andrew M.Costikyan Musik: Marvin Hamlisch Schnitt: Ralph Rosenblum Ron Kalish Ton: Nathan Boxer James J.Sabat Al Grimaglia Spezial-Effekte: Don B.Courtney Produktionsdesign: Ed Wittstein FSK: ab 16 Jahren, nicht feiertagsfrei Verleih (Kino): United Artists Erstaufführung: 30.8.1974 Produktionsfirma: United Artists Produktion: Jack Grossberg Ralph Rosenblum Länge: 82 Minuten Darsteller: Woody Allen (Fielding Mellish) Louise Lasser (Nancy) Carlos Montaliban (General Vargas) Natividad Abascal (Yolanda) Jacobo Morales (Esposito) Miguel Suarez (Luis) David Ortiz (Sanchez) Rene Enriquez (Diaz) Jack Axelrod (Arroyo) Howard Cosell (Howard Cosell) Roger Grimsby (Roger Grimsby) Don Dunphy (Don Dunphy) Charlotte Rae (Mrs.Mellish) Stanley Ackerman (Dr.Mellish) Dan Frazer (Priester) Martha Greenhouse (Dr.Feigen) Axel Anderson (gefolterter Mann) Tigre Perez (Perez) Baron De Beer (britischer Botschafter)

"Quiero La Noche"(Marvin Hamlisch)
The Yomo Toro Trio
"Cause I Believe In Loving"
(Marvin Hamlisch)
Jake Holmes
1972 Nominiert Bestes Comedy-Drehbuch Woody Allen
Mickey Rose
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