(Mighty Aphrodite)
USA 1995


Lenny Weinribs Frau Amanda (Helena Bonham Carter) möchte ein Kind adoptieren, denn sie hat keine Zeit, ein Jahr auszusteigen, da sie gedenkt, eine Galerie zu eröffnen. Zuerst ist Lenny (Woody Allen), ein schmächtiger Sportjounalist, dagegen; aus dem gleichen Grund, weshalb er keine Auto lease: Besitzerstolz. Doch schlussendlich gibt er nach. Die Jahre gehen vorbei und der Junge entwickelt sich so prächtig, dass Lenny zum Schluss kommt, seine anonyme Mutter müsse ein Genie sein. Aus Neugier und Unzufriedenheit mit seiner neurotischen und mit sich selbst beschäftigen Frau beschliesst Lenny, auf die Suche nach der biologischen Mutter seines Sohnes zu gehen. Die alten Griechen, die Lenny auf seinem Lebensweg mit ihren Kommentaren begleiten, warnen jedoch vor diesem Schritt. Er solle schlafende Hunde nicht wecken. Doch Lenny ist wild entschlossen, überwindet so manches Hindernis und findet schliesslich die Mutter. Doch Linda Ash (Mira Sorvino) ist nicht die Frau, die Lenny erwartet hat. Sie ist im ältesten Gewerbe der Welt sowie der ihr verwandten Filmindustrie tätig. Als er sie zum ersten Mal in ihrer Wohnung aufsucht, ist er so überrascht, dass er sie drei Mal fragt, ob sie wirklich Linda Ash sei. Das provoziert die junge Frau zur Gegenfrage, ob er eine Art Schlaganfall-Opfer sei. Als er mehr zu ihrer "Filmkarriere" erfahren möchte, gibt sie ihm mit ihrer natürlichen, atemraubenden Unschuld den Titel eines einschlägigen Films an. Als sie dann noch in seinem Beisein das telefonische Angebot zur Mitwirkung in eben einem solchen Streifen annimmt, bricht es aus Lenny heraus: wie sie glaube, dem Broadway durch solche Filme näher zu kommen? Doch das verärgert Linda, die ihm wütend sein Geld zurückgibt, da sie von ihm keine Ratschläge will, sondern ihn nur gegen Geld befriedigen wollte. Sie weist ihm unmissverständlich die Tür. Erneut raten die Griechen Lenny, nicht weiter zu bohren. Doch nach einigen Misserfolgen gelingt es ihm, das Vertrauen und die platonische Freundschaft von Linda zu gewinnen, die ihm eines Tages gesteht, traurig darüber zu sein, dass sie ihr Kind weggeben habe, das nur dank einem undichten Kondom auf den Planeten Erde gekommen sei. Lenny ist fortan von der Aufgabe beseelt, der jungen Frau, die nicht weiss, dass Lenny ihr Kind adoptiert hat, zu einem neuen Start ins Leben zu verhelfen. Vor allem auch, weil er nicht will, dass sein Adoptivsohn Max eine zweifelhafte "Schauspielerin" zur Mutter hat. Doch seine Methoden und Entscheidungen führen nur zu noch mehr Aerger. Er versuche Gott zu spielen, meinen die Griechen. Unter Lennys Fehlgriffen auf der Suche nach einem Mann für Linda ist ein geistig zurückgebliebener Boxer, der eine einfache, unschuldige Frau sucht, die bereit ist, mit ihm als traditionelle Hausfrau aufs Land zu ziehen, wo er eine Zwiebelfarm aufbauen möchte. Zur gleichen Zeit, als Lenny versucht, das Liebesleben anderer Leute zu regeln, beginnt seine Frau eine Affäre mit einem anderen Mann ...



Diesen Film siedelt Woody wieder im gegenwärtigen New York an. Diesmal wird der Zuschauer mit dem Thema Prostitution konfrontiert, jedoch in einem ganz anderen Zusammenhang als in genreüblichen Abhandlungen. Schlüpfrigkeiten werden, wenn überhaupt, nur verbal ausgetauscht und das Call-Girl Linda wirkt eher wie eine auf den Hund "Geld für Sex" gekommener, grundguter, gefallener Engel. Bereits in der ersten Einstellung tritt ein darstellerisches Novum in Erscheinung, ein aus der antiken, griechischen Tragödie inspirierter Chor, der die Handlung mit Kommentaren begleitet. Im Schnittraum muß wohl gefeiert worden sein, denn in der Szene im Belmont Park nennt Linda Lenny alias Woody Allen "Woody" und nicht etwa "Lenny", wie es das Drehbuch eigentlich verlangt hätte.


Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen Kamera: Carlo Di Palma Musik: Dick Hyman Schnitt: Susan E. Morse Ton: Gary Alper Ausstattung: Santo Loquasto Tom Warren Gianni Giovannoni FSK: ab 12 Jahren, feiertagsfrei Verleih (Kino): Kinowelt Verleih (Video): Arthaus Erstaufführung: 15.8.1996 Produktionsfirma: Magnolia Pictures Sweetland Films Produktion: Robert Greenhut Länge: 95 Minuten Darsteller: Woody Allen (Lenny Weinrib) Helena Bonham Carter (Amanda Weinrib) F. Murray Abraham (Chorleiter) Mira Sorvino (Linda) Michael Rapaport (Kevin) Olympia Dukakis (Iocaste) Jack Warden (Teiresias) Peter Weller (Jerry Bender) Steven Randazzo (Bud) J. Smith Cameron (Buds Frau) David Ogden Stiers (Laius) Claire Bloom (Amandas Mutter) Jimmy McQuaid (Max) Marianne Fiali (Griechische Chorsängerin) Steven Randazzo (Bud) Jeffrey Kurland (Oedipus) Tucker Robin (Infant Max) Jimmy McQuaid (Max) Sondra James (Operator) Kenneth Edelson (Ken) Danielle Ferland (Cassandra) Dan Mullane (Messenger) Jack Warden (Tiresias)



"You Do Something To Me"
(Cole Porter)

"Manhattan"
"Penthouse Serenade (when we're alone)"
"I've Found a New Baby"
"Take Five"
"The 'in' Crowd"
"Li'l Darlin'"
Count Basie

"When Your Lover has Gone"
"Fao Schwarz Clock Tower Song"
"Walking My Baby Back Home"
"Whispering
Benny Goodman


1996 Oscar
Beste NebendarstellerinMira Sorvino
Nominierung Bestes Original-Drehbuch
Woody Allen

1996 British Academy Awards
Nominierung Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1996 Broadcast Film Critics Association Awards
Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino
1996 Casting Society of America
Nominierung Bestes Casting
Juliet Taylor

1996 Golden Globes
Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1997 Italian National Syndicate of Film Journalists
Silbernes Band Beste Kamera
Carlo Di Palma

1995 National Board of Review
Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1995 New York Film Critics Circle Awards
Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1996 Screen Actors Guild Awards
Nominierung Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1996 Southeastern Film Critics Association Awards
Beste Nebendarstellerin
Mira Sorvino

1996 Writers Guild of America
Bestes Original-Drehbuch
Woody Allen