
(The Curse Of The Jade Scorpion)
USA 2001

CW Briggs arbeitet in einem Großraumbüro einer New Yorker Versicherung als erfolgverwöhnter Detektiv, der Betrügereien aufklärt und Häuser gegen Einbrüche sichert. Seine neue Mitarbeiterin Fitzgerald, die ihn gern herumkommandiert und ihm auch sonst wenig Respekt zollt, bringt ihn regelmäßig auf die Palme. Die beiden verbindet eine Hassliebe, welche in feurigen Dialogen und Schimpftiraden ihren Ausdruck findet. Bei einer Geburtstagsfeier werden Fitzgerald und Briggs von dem Magier Voltan (David Ogden Stiers) auf die Bühne gebeten, dort in einen Hypnosezustand versetzt und sind für die Dauer der Hypnose leidenschaftlich ineinander verliebt. Als sie geweckt werden, erinnern sie sich an nichts. Keiner ahnt, dass dieser kleine Zaubertrick für sie nicht ohne Folgen bleiben wird. Wenig später erhält Briggs einen Anruf - am anderen Ende der Leitung wispert Voltan das magische Kennwort und Briggs fällt augenblicklich wieder in Trance. Voltan gibt ihm den Auftrag, eines der Häuser zu bestehlen, welches Briggs selber abgesichert hat. Am folgenden Morgen wird er an den Tatort gerufen ohne zu wissen, dass er selbst der Einbrecher ist! Schnell fällt sein Verdacht auf die Rivalin Fitzgerald, die allerdings mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist - ihrem heimlichen Verhältnis zum gemeinsamen Chef (Dan Aykroyd), und der kann sich nicht recht zu einer Scheidung durchringen. Zu den Verwicklungen, die die folgende Reihe von Raubzügen anrichtet, kommt die emotionale Achterbahn, der Briggs und Fitzgerald willenlos ausgeliefert sind. Oder tut man unter Hypnose doch nur die Dinge, die man im tiefsten Innern tun möchte?
In seinem 31.Film gelang Woody Allen das Kunststück der Leichtigkeit eines Gershwin-Songs. Mit einem Nichts an Geschichte und der Konzentration auf nur zwei Hauptdarsteller unterhält der ehemalige New York-Neurotiker ungezwungen wie noch nie. "Im Bann des Jade Skorpions" hat einen gemütlichen Drive, der bei den Raubzügen mit einer flotte Banjomelodie auf Schwung gebracht wird. Wer an Feiertagen nachmittags fernsieht, mag sich dabei an Spencer Tracy und Katherine Hepburn erinnern.
Woody Allen verlagerte den wortwitzigen Kampf der Geschlechter in die Vierziger. Seine eigene Rolle unterscheidet sich auffällig von den üblichen zerknirschten, hektischen Kerlchen. Briggs kriegt zwar kräftig heftige Bemerkungen ab, doch als selbstbewußter Schürzenjäger, der gerade einen gestohlenen Picasso entdeckt hat, steckt er ein und retourniert gekonnt. Die stilvollen Rededuelle aus Zeiten in denen so was noch klasse hatte und nicht "geil" war, sind das Salz in dem Filmmenü, das albern fröhlich mit einem fast naiven Humor daherkommt. Da gibt es nicht viel zu interpretieren oder deuten. Woody Allen wird anscheinend nicht nur immer sanfter gegenüber der Gattung Mensch, er nimmt dessen Wirrungen auch nicht mehr ganz so ernst. Nur am Ende gibt es noch ein paar schön Worte zu Realität und Illusion, die einen nachdenklich grinsend aus dem Kino entlassen.
Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen Kamera: Zhao Fei Musik: Dick Hyman Schnitt: Alisa Lepselter Kostüme: Suzanne McCabe FSK: ab 16 Verleih (Kino): Dreamworks Erstaufführung: 17. August 2001 (USA) November 2001 (Deutschland) Produktionsfirma: Dreamworks Produktion: Letty Aronson (Produzentin) Charles H. Joffe (Co-Produzent) Helen Robin (Co-Produzent) Jack Rollins (Co-Produzent) Datty Ruth (Ko-Produzent) Produktionsdesign: Santo Loquasto Casting: Laura Rosenthal Juliet Taylor Kostüme: Suzanne McCabe Länge: 103 Minuten Darsteller: Woody Allen (CW Briggs) Dan Akroyd (Chris Magruder) Helen Hunt ( Betty Ann Fitzgerald) Brian Markinson (Al) Wallace Shawn (George Bond) David Ogden Stiers ( Voltan) Charlize Theron (Laura Kensington) Elizabeth Berkley ( Jill) Peter Linari ( Joe Coopersmith) John Tormey ( Sam) John Schuck (Mize) Kaili Vernoff ( Rosie) Maurice Sonnenberg (Büroangestellte) John Doumanian (Büroangestellter) Peter Garety ( Ned) Kevin Cahoon (Lieferjunge) Phil Levy ( Rocky's Bedienung) Vince Giordano ( Rainbow Room All Star) Howard Alden (Rainbow Room All Star) Ted Sommer ( Rainbow Room All Star) Randy Sandke ( Rainbow Room All Star)Peter Ecklund ( Rainbow Room All Star)Joel Helleny ( Rainbow Room All Star)Chuck Wilson ( Rainbow Room All Star)Ray Beckenstein ( Rainbow Room All Star)Lawrence Feldman (Rainbow Room All Star)Ken Peplowski ( Rainbow Room All Star)Dick Hyman (Bandleader) Carole Bayeux (Voltan's Assistentin)Kenneth Edelson (Voltan's Komplize)Brian McConnachie (Voltan's Komplize) Judy Gold (Voltan's Komplize) Herb Lovelle (Nachtwächter)
"Sophisticated Lady"
(Duke Ellington, Mitchell Parish & Irving Mills)
Duke Ellington
"Two Sleepy People"
(Frank Loesser, Hoagy Carmichael)
Earl "Fatha" Hines
"Tuxedo Junction"
(Buddy Feyen, William Johnson, J. Dash & Erskine Hawkins)
Dick Hyman & The Rainbow Room All Stars
"How High The Moon"
(Nancy Hamilton & Morgan Lewis)
Dick Hyman & The Rainbow Room All Stars
"In a Persian Market"
(Albert W. Ketelbey)
Wilbur de Paris
"Flatbush Flanagan"
(Harry James)
Harry James
"Sunrise Serenade"
(Frankie Carle, Jack Lawrence)
Glenn Miller
2001 Gran Angular Award
Bester Film
Woody Allen